Schiff ahoi

Ralph Weibel | veröffentlicht am 05.08.2020

Wir machen alles, damit im Kielwasser von Corona nicht auch noch der Schweizer Tourismus untergeht.

Schiff ahoi
Nebelspalter | (Nebelspalter)

Sprich, wir entdecken in den Ferien, wie schön unser Heimatland ist. Sicher ahnen Sie an der leicht seemännischen Sprache, dass es jetzt ab aufs Schiff geht. Wie so vieles in der aktuellen Pandemie, verwundert einem das Verhalten der Menschen. Sie sitzen an der Schifflände eng beisammen, erfreuen sich des Ausblicks auf den See und die nahen Berge und tun dies wortreich kund. Dabei verteilen sie ihre Aerosole ungehindert und flächendeckend wie das Glitzern auf dem See. Um die aus dem Gegenlicht auftauchende Barke zu entern, werden Masken aufgesetzt. Einem kleinen, herzigen Meitli scheint das etwas zu viel. Angesichts der Meute, die sich binnen Sekunden in eine Horde androgyner Mutanten verwandelt, inklusive die es zu trösten versuchenden Eltern, schreit es um sein Leben. Ein Hund verzieht sich verschüchtert unter eine Bank.

Ins kreischende Nebelhorn des ablegenden Schiffs stimmen weitere, auf Armen getragene, Kleinkinder in das Geheul ein. Spontan stelle ich mir die Frage, wieviel die Traumatherapien der Generation Corona in den nächsten Jahren wohl kosten werden. An den Folgen für den Hund ist dabei gar nicht zu denken.

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